Die
Geschichte der Studentenverbindungen:
Im 11. und 12. Jahrhundert entstanden die
ersten Universitäten in Bologna (Italien) und Paris, die sich
durch den christlichen Glauben für Jedermann der lateinisch sprach
oder lernte öffnete. Regelungen gab es zu anfangs nur wenige, so
das Studenten zumeist wie Vagabunden lebten. Dies machte es zu einem
Abenteur auf der einen und zu einem gefährlichen Unternehmen auf
der anderen Seite. Jahrelange Abwesenheit von der Heimat und mancherlei
Risiken führten dazu, das sich die Studenten an den
Universitäten zu Schutzbünden zusammen schlossen. Diese auf
landsmannschaftlichen Grundlagen ruhenden Bünden waren ein
Ausdruck gleicher Standeszugehörigkeit, denn Lehrkörper und
Studenten bildeten einen eigenen Stand, der zunächst weitgehen
klerikale Züge trug. Zudem waren diese Bünde auch eine
Universitätsamtliche Einrichtung die großen Einfluß
auf die Universitäten selber ausübten, bis hin zur Wahl des
Rektors.
Während diese Einrichtungen, die
sogenannten nationes, an den Universitäten in Frankfurt an
der Oder, Leipzig, Prag und Wien übernommen wurden, wurde sie an
anderen durch die Fakultäten ersetzt, da zu dieser Zeit die
Kollegien der Doktoren an Einfluß zunahmen und dadurch die natio
in Paris bereits im Verfall begriffen war. Der Wegfall der natio an den
späteren deutschen Universitäten, ließ den Studenten
den Schutz und die Hilfe einer Gemeinschaft, sowie die Mitwirkung an
der Hochschulverwaltung verlieren.
Nun entstanden hauptsächlich nach
französischem Vorbild soziale Einrichtungen wie Wohnheime, die
sogenannten Bursen, in die alle Studenten einziehen mußten. Diese
Bursen vermittelten auch elementare Kenntnisse für das Studium an
der Universität, hatten also vergleichbare Aufgaben wie die
heutigen höheren Schulen (BOS, FOS, Koleg).